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Wirtschaft | Do, 23.10.2008 20:01

Mitglieder beschließen mit klaren Voten die Verschmelzung der Genossenschaftsverbände im Land: Mit dem Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband entsteht eine neue Wirtschaftskraft im Südwesten

Der Badische Genossenschaftsverband e. V. (Karlsruhe) und der Württembergische Genossenschaftsverband Raiffeisen/Schulze Delitzsch e. V. (Stuttgart) schließen sich unter dem Dach des neu gegründeten Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes e. V. (BWGV) zusammen.

oben v.l.: Erwin Kuhn, Gerhard Roßwog, Herbert Schindler, Gerhard Schorr; unten v.l.: Raiffeisenhaus Karlsruhe, GENO-Haus Stuttgart (Fotomontage: GENO Stuttgart)

oben v.l.: Erwin Kuhn, Gerhard Roßwog, Herbert Schindler, Gerhard Schorr; unten v.l.: Raiffeisenhaus Karlsruhe, GENO-Haus Stuttgart (Fotomontage: GENO Stuttgart)


Dies haben die Mitglieder beider Verbände am Donnerstag, 23. Oktober, zeitgleich in getrennten außerordentlichen Versammlungen in der Badnerhalle in Rastatt sowie in der Stuttgarter Liederhalle beschlossen. Damit entsteht im Südwesten eine der bedeutendsten und mitgliederstärksten Wirtschaftsorganisationen. So repräsentiert der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband e. V. künftig 851 genossenschaftliche Unternehmen, darunter 251 Volksbanken und Raiffeisenbanken, 449 landwirtschaftliche Genossenschaften sowie 105 gewerbliche Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften. Diese Genossenschaften werden von insgesamt 3,4 Millionen Menschen, also jedem dritten Einwohner Baden-Württembergs, als Einzelmitglieder getragen.

"Dank dieser Beschlüsse wird in unserem Bundesland, aber auch darüber hinaus ein neues Kapitel genossenschaftlicher Geschichte geschrieben", betonen der Stuttgarter GENO-Präsident Erwin Kuhn sowie der Vorstandsvorsitzende des Badischen Genossenschaftsverbandes und designierte BWGV-Präsident Gerhard Roßwog. "Das ist ein klares Ja zu dezentralen Strukturen in der Genossenschaftsorganisation und das stärkt Baden-Württemberg als Standort für den Mittelstand."

Der Zusammenschluss der beiden Regionalverbände ist die Antwort auf Strukturveränderungen bei den Mitgliedern, wird dem genossenschaftlichen Prinzip des dezentralen Unternehmertums gerecht und sichert Arbeitsplätze in Baden-Württemberg, unterstreichen Kuhn und Roßwog. Ziel sei es, die Leistungsfähigkeit für die Mitgliedsgenossenschaften auszubauen und maßgeblichen Einfluss auf die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen zu nehmen. Die Verschmelzung festige die beiden Standorte Karlsruhe und Stuttgart und garantiere damit insbesondere die von den Mitgliedern gewünschte Nähe zu ihrem Verband.

Für die Genossenschaften in Baden-Württemberg stellen Kuhn und Roßwog Synergieeffekte aus der Fusion von 4 Millionen Euro im Jahr in Aussicht. Die Synergien werden im Wesentlichen durch einen sozialverträglichen Personalrückgang gehoben, indem Stellen nicht mehr besetzt werden, die auf Grund von Ruhestandsregelungen oder durch die natürliche Fluktuation frei werden. Darüber hinaus ergänzen sich die Dienstleistungsangebote beider Verbände bereits jetzt ideal. Doppelarbeiten werden vermieden und Konzepte müssen künftig nur einmal erstellt werden. Die Leistungen für die Verbandsmitglieder können damit kostengünstiger auf hohem Qualitätsniveau erbracht werden.

Der künftige Baden-Württembergische Genossenschaftsverband ist jetzt ein Verein in Gründung und entsteht mit Eintragung ins Vereinsregister im Frühjahr 2009. Zuvor müssen im März 2009 die Jahresabschlüsse 2008 der beiden Gründungsverbände von den Mitgliedern genehmigt werden. An diesen Verbandstagen wird auch der neue Verbandsrat durch Wahlen besetzt.

Der künftige BWGV-Vorstand setzt sich aus dem Präsidenten und Vorstandsvorsitzenden Gerhard Roßwog (57) sowie seinen beiden Stellvertretern Herbert Schindler (60) und Gerhard Schorr (52) zusammen. Der amtierende Stuttgarter GENO-Präsident Erwin Kuhn tritt mit der Eintragung des BWGV ins Vereinsregister in den Ruhestand.

Quelle: GENO Stuttgart