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Wirtschaft | Di, 13.04.2010 09:23

Motor im Handwerk kommt wieder in Gang

Für 2010 rechnet der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) wieder mit besseren Konjunkturdaten. Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle erwartet einen moderaten Umsatzrückgang von etwa einem Prozent und eine stabile Beschäftigungslage. Im vergangenen Jahr haben die baden-württembergischen Handwerker 63,7 Milliarden Euro und damit rund acht Prozent weniger als im Jahr zuvor umgesetzt.


Das Handwerk im Land ist damit deutlich besser davongekommen als die Industrie: Für das verarbeitende Gewerbe insgesamt meldet das Statistische Landesamt einen Umsatzrückgang von mehr als 24 Prozent. Entsprechend beeinflusste die Geschäftslage der metallverarbeitenden Betriebe, die der Industrie zuliefern und auf die ein Umsatzanteil von rund einem Viertel entfällt, das Gesamtergebnis im Handwerk gravierend. Ihr Umsatz lag um 21,9 Prozent unter dem Ergebnis des Jahres 2008. Ohne diese Betriebe wäre das Umsatzminus mit knapp drei Prozent deutlich geringer ausgefallen.

Das Bauhauptgewerbe litt speziell im ersten Quartal unter dem strengen Winter, durch den sich die Arbeiten deutlich verzögerten. Zudem fehlten Impulse aus dem Wirtschaftsbau. Dies führte zu einem Umsatzrückgang von neun Prozent. "Die Bau- und Ausbaubetriebe brauchen deshalb dringend die Unterstützung durch kommunale Investitionen", sagte Möhrle. Es müsse sichergestellt sein, dass die bis zum Jahresende erteilten Aufträge aus den Konjunkturpaketen auch 2011 noch abgearbeitet werden können. Die Ausbauberufe standen mit einem Minus von 5,1 Prozent etwas besser da. Betrachtet man die Quartalsergebnisse, zeigen sich jedoch für einige Bau- und Ausbauberufe (Stuckateure, Dachdecker, Zimmerer) steigende Trends.

Einzig das Kraftfahrzeuggewerbe schnitt leicht besser ab als im Vorjahr. Das kleine Plus von 0,8 Prozent ist der Umweltprämie geschuldet, die bei den Autohäusern für steigende Verkaufszahlen vor allem bei Kleinwagen sorgte. Diese Sonderkonjunktur sowie Probleme mit hohen Wertverlusten bei Leasingfahrzeugen werden voraussichtlich zu einem deutlichen Umsatzrückgang im laufenden Jahr führen. Die Beschäftigung im Handwerk nahm 2009 weiter um 1,7 Prozent auf nun 734.000 Beschäftigte ab. Für 2010 erwartet das Handwerk keinen erneuten Stellenabbau. Möhrle: "Allerdings wird die sinkende Zahl der Schulabgänger wohl erneut dazu führen, dass tausende von Lehrstellen nicht besetzt werden können."

(Redaktion/BWHT)