Sign In

Welcome, Login to your account.

Wirtschaft | Di, 02.06.2009 10:34

Mütter in der „Teilzeitfalle“ - Vollzeit erwerbstätige Mütter sind mit ihrem Leben zufriedener

Mütter mit Kindern unter 14 Jahren sind mit ihrem Leben zufriedener, wenn sie Vollzeit arbeiten. Im Vergleich dazu sind Mütter, die wegen der Familie gar nicht arbeiten können oder nur einen Teilzeitjob haben, mit ihrer Lebenssituation deutlich weniger zufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt Eva M. Berger, Stipendiatin am DIW Berlin, in ihrer aktuellen Studie.


„Teilzeitarbeit gilt in Deutschland als goldener Standard für Frauen mit Kindern, weil sich so Familie und Beruf - zumindest theoretisch - besser miteinander vereinbaren lassen. Aber ist es das, was Mütter wirklich wollen und was sie zufrieden macht?“ Eva M. Berger hat sich diese Frage gestellt und erstmals untersucht, wie es Müttern geht, die aufgrund der familiären Situation nicht erwerbstätig sind oder nur einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen.

In Deutschland ist ein großer Teil der Mütter mit Kindern unter 14 Jahren entweder gar nicht oder Teilzeit erwerbstätig. Die Mehrheit dieser Nichterwerbstätigen kann trotz Erwerbswunsch aus familiären Gründen keine Erwerbsarbeit aufnehmen. Hier zeigt sich, dass Mütter mit Teilzeitbeschäftigung zwar zufriedener sind, als jene, die nicht erwerbstätig sind. Aber es zeigt sich auch, dass es den Müttern, denen es gelingt Vollzeit erwerbstätig zu sein, am besten geht.

Offenbar kann auch für Frauen mit Kindern der Zeitvorteil einer Teilzeitbeschäftigung die Nachteile nicht aufwiegen. Hier sind neben der schlechteren Bezahlung vor allem die inhaltlich weniger interessante Arbeit sowie die verringerten Aufstiegschancen zu nennen.

Für Eva Berger ist hier die Politik gefragt: „Eine wichtige Maßnahme wäre das Betreuungsangebot für Vorschulkinder und auch für Schulkinder weiter auszubauen. Hier kommt es allerdings nicht nur auf Quantität sondern auch auf Qualität an. Die Angebote müssen von den Eltern ja auch angenommen werden. Insgesamt würde auch eine gleichmäßigere Verteilung der Familienarbeit auf Frauen und Männer Müttern erleichtern ihrer Berufstätigkeit nachzugehen.“

(Quelle: DIW)