Sign In

Welcome, Login to your account.

Vermischtes | Fr, 27.06.2008 11:25

Per pedes entsteht eine freie Weltkarte

Von: Diplom-Übersetzerin (FH) Cornelia Mack, Hochschule Esslingen

Fabian Fingerle, Student der Fakultät Informationstechnik der Hochschule Esslingen, durchstreift Ortschaften, Städte, Wälder und Wiesen, um die Welt neu zu kartieren. In Deutschland ist er einer der treibenden Kräfte des OpenStreetMap-Projektes. Es hat ein ehrgeiziges Ziel: einen freien Weltaltlas zu erstellen.


Esslingen - Viele Städte sind schon im Projekt Openstreetmap eingetragen. Kaisersbach fehlte noch. Deshalb zog Fabian Fingerle, Student an der Hochschule Esslingen, mit seinen Freunden, ebenfalls Studenten der Informationstechnik sowie selbstständige IT-Dienstleister, los. Ausgestattet mit GPS-Empfängern vermessen sie das Dorf bei Murrhardt. Es werden Fotos von Briefkästen, Spielplätzen, Straßenschildern, der Kirche, der Post gemacht um die Nachbearbeitung zu erleichtern. Nach dem Spaziergang setzt sich Fabian Fingerle an den Computer und gibt die Daten ein. Sobald er fertig ist, schickt er diese an den Zentralrechner des OpenStreetMap-Projekts und nach kurzer Zeit erscheint Kaisersbach im freien Kartenmaterial von OpenStreetMap.

So wie Fabian Fingerle sind ca. 30.000 Aktivisten - im letzten Monat 5.000 aktiv - weltweit unterwegs und tragen die Welt per pedes mit Hilfe von GPS-Ortungssatelliten zusammen. Schritt für Schritt entsteht so eine Weltkarte, die - so das Ziel der OpenStreetMap-Gemeinde - alles übertrifft, was es bisher gegeben hat. Und das auch noch kostenlos. So werden in Zukunft detailgetreue Wanderkarten, Radkarten und sogar Karten der Skipisten entstehen können.

Fabian Fingerle ist sich sicher, dass die Idee einer freien Karte eine ähnliche Erfolgsgeschichte wird wie Wikipedia. In Ballungsgebieten stellt das Projekt schon heute Google Maps in den Schatten. Sein Engagement ist ungebremst. "Viele Bereiche der Welt sind für kommerzielle Kartenhersteller nicht interessant, schwer zu realisieren und oft zu kostspielig. OpenStreetMap bietet hier jedem einzelnen dies zu ändern und selbst ein Teil des Projektes zu werden. Sei es ein Routenplaner für Gehbehinderte, eine Karte für die nächste Städtetour oder nur die Anfahrtsbeschreibung zur nächsten Grillfeier. Vieles lässt sich schon heute mit OpenStreetMap realisieren. Jeder kann selbst entscheiden, wie viel man zum gemeinsamen Kuchen beitragen möchte. Doch ist klar, dass der gemeinsame Kuchen - dank eigenem Herzblut - um einiges besser schmecken wird."

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft e.V. (idw)