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Wirtschaft | Do, 03.09.2009 08:30

Personalabbau in der Südwestindustrie wird kräftiger: Im Juli 56 900 Beschäftigte weniger als im Vorjahr (‑5,2 Prozent)

Industrieumsätze bleiben weit hinter dem Vorjahresergebnis zurück: Umsatzminus von über 25 Prozent im laufenden Jahr


Der Personalabbau in der Südwestindustrie1) wird infolge der Wirtschaftskrise kräftiger. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes waren im Juli 2009 rund 1 046 500 Personen in der heimischen Industrie beschäftigt. Damit ging die Zahl der Industriebeschäftigten im Vergleich zum Juli des Vorjahres ausgesprochen kräftig zurück, und zwar um 56 900 (‑5,2 Prozent).

Dies war zugleich der stärkste Rückgang der Beschäftigtenzahl im Vergleich zu einem Vorjahresmonat in diesem Jahrzehnt. Der zu Jahresanfang noch moderate Beschäftigtenabbau hat sich zuletzt immer mehr verstärkt und deutlich an Fahrt zugelegt. Im Vormonatsvergleich kam es bereits den zehnten Monat in Folge zu einem Personalrückgang: Im Juli waren 4 600 Personen weniger in der Südwestindustrie beschäftigt als noch im Juni (‑0,4 Prozent). Insgesamt beschäftigten die Industriebetriebe im Zeitraum Januar bis Juli 2009 durchschnittlich 1 064 000 Personen, und damit 26 900 weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (‑2,5 Prozent). Der Umfang des Personalabbaus entspricht damit inzwischen bereits fast dem gesamten Beschäftigtenzuwachs aus dem Jahr 2008.

Die Talfahrt der Industrieumsätze setzte sich auch im Juli 2009 weiter fort. Die Südwestindustrie verbuchte damit bereits den neunten Monat in Folge einen massiven Umsatzeinbruch: Mit nominal 19,6 Milliarden Euro blieben die Industrieumsätze um beachtliche 5,2 Mrd. Euro hinter dem Vorjahresergebnis zurück (‑20,9 Prozent). In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres erzielten die Industriebetriebe einen Umsatz von 124,3 Milliarden Euro, und damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein dickes Minus von 25,4 Prozent oder 42,3 Mrd. Euro. Hierbei nahm der Inlandsumsatz (64,1 Mrd. Euro) um 20,7 Prozent ab. Der Auslandsumsatz (60,2 Mrd. Euro) brach mit einem Minus von 29,8 Prozent noch weit stärker ein. Die Exportquote der Südwestindustrie lag im bisherigen Jahresverlauf 2009 bei 48,4 Prozent (zum Vergleich 2008: 51,5 Prozent).

1) Verarbeitendes Gewerbe einschließlich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden. Neben den Industriebetrieben zählen dazu auch verarbeitende Handwerksunternehmen ab 50 Beschäftigte.

(Quelle: Stat. Landesamt)