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Unternehmensnachrichten | Mo, 20.08.2012 11:33

Preisträger des Responsible Care Wettbewerbs ausgezeichnet

Drei Unternehmen wurden am Donnerstag, 16. August, vom Verband der Chemischen Industrie Baden-Württemberg (VCI) im Rahmen des „Responsible Care Wettbewerbs“ 2012 ausgezeichnet. Michelin aus Karlsruhe und Rhein Chemie Rheinau aus Mannheim wurden für ihre eingereichten Projekte zu Landessiegern unter dem Motto „Wir haben gute Ideen zur Ressourceneffizienz“ gekürt. Marabu aus Tamm erhielt für die nachhaltige Unternehmensausrichtung eine ehrenvolle Anerkennung.

Die Unternehmen Michelin und Rhein Chemie Rheinau wurden für ihre eingereichten Projekte zu Landessiegern des Responsible Care Wettbewerbs gekürt. Marabu erhielt für die nachhaltige Unternehmensausrichtung eine ehrenvolle Anerkennung. (Foto: Chemie-Verbände BW)

Die Unternehmen Michelin und Rhein Chemie Rheinau wurden für ihre eingereichten Projekte zu Landessiegern des Responsible Care Wettbewerbs gekürt. Marabu erhielt für die nachhaltige Unternehmensausrichtung eine ehrenvolle Anerkennung. (Foto: Chemie-Verbände BW)


„Unsere Unternehmen zeigen damit, dass wir in der Chemie bei der Ressourceneffizienz den Takt vorgeben“, freute sich VCI-Hauptgeschäftsführer Thomas Mayer. Er übergab in einer Feierstunde in Baden-Baden die Auszeichnungen an die Unternehmen. „Die Erfolge der Branche zeigen sich sowohl in der Materialeffizienz als auch in der Energieeffizienz. So ist die Produktion der chemischen Industrie in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 50 Prozent gestiegen, der Energieeinsatz konnte trotzdem um 40 Prozent reduziert werden,“ betonte Mayer.

Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb Anfang des Jahres unter den 312 Mitgliedsunternehmen des baden-württembergischen VCI. Die Jury bestand aus dem Wissenschaftsjournalisten und TV-Moderator Ingolf Baur, aus dem baden-württembergischen Umweltministerium Martin Eggstein, Abteilungsleiter „Grundsatz, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Umwelttechnik“ und Jürgen Lochner, Werkleiter der Sika Deutschland GmbH und Vorstandsmitglied des VCI Baden-Württemberg.

Der Umweltschutz und die Ressourcenschonung sind in der chemischen Industrie wichtige Leitlinien. Das drückt sich auch im internationalen Programm der Branche „Responsible Care“ (www.responsible-care.de) aus. Aktuell ist das Thema „Ressourceneffizienz“ wichtig und interessant, da hier gezeigt werden kann, wie weit fortgeschritten und innovativ die Branche ist.

Das Unternehmen Michelin aus Karlsruhe ist für das Projekt ‚EcoPrint‘ ausgezeichnet worden. Mit diesem 2009 gestarteten Projekt hat der Karlsruher Reifenhersteller die Anzahl von Druckern und Kopierern in Europa bereits um 65 Prozent reduziert. Neue Geräte wurden durch Geräte mit dem Umweltsiegel „Blauer Engel“ ersetzt. Zusätzlich wurden doppelseitiges und Schwarz-Weiß-Drucken als Standardeinstellungen festgelegt.

So spart das Unternehmen jährlich über 3 Millionen Euro – allein durch weniger Strom- und Ressourcenverbrauch. Auch die Lärm-Emissionen in den Büros wurden positiv beeinflusst. Den Preis nahmen Dieter Freitag, Direktor Michelin Deutschland, Österreich, Schweiz, und Roland Köhler, Leiter des Konzernbereiches Informationssysteme, entgegen.

Der Mannheimer Spezialchemie-Hersteller Rhein Chemie Rheinau GmbH wurde für ein Projekt ausgezeichnet, mit dem aus einem als Sonderabfall zu behandelndes Abwasser ein wichtiger Rohstoff zurückgewonnen werden kann. Für die Herstellung eines Kunststoffadditivs muss als Reaktionskomponente sehr viel Phenol zugegeben werden. Dieser als giftig eingestufte Stoff wird aus Erdöl in mehreren energieaufwändigen Stufen hergestellt. Er wird nur zum Teil „verbraucht“ und blieb bislang als Rückstand und Sonderabfall im Reaktionswasser zurück. Durch eine ausgeklügelte und in den Prozess integrierte spezielle Stofftrennung kann nun das Phenol wiedergewonnen werden. Das führt zu einer Einsparung von etwa 150 Tonnen (sechs große Sattelzüge) an Phenol – und damit mindestens 150 Tonnen weniger flüssigem Sonderabfall. Die Auszeichnung wurde an den Geschäftsführer der Rhein Chemie, Dr. Anno Borkowsky, und Ralf Leybold, Leiter Umweltschutz und Sicherheit, übergeben.

Der Lack- und Farbenhersteller Marabu mit Sitz in Tamm hat beim Thema Ressourceneffizienz den Blick auf das gesamte Unternehmen gerichtet. Diese ganzheitliche Herangehensweise ist beispielhaft und war für die Jury eine besondere Erwähnung und Anerkennung im Rahmen der Preisverleihung wert. Das Unternehmen hat Prozesse in den Bereichen Produktentwicklung, Einkauf, Produktionsvorbereitung, Produktion und Auslieferung genau unter die Lupe genommen und geprüft, welche Ressourcen effizienter eingesetzt werden können. Im Anschluss hat das Unternehmen folgerichtig die identifizierten Potenziale neu eingeplant und erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Dabei blieb und bleibt auch die Verwaltung im Unternehmen nicht außen vor. Dr. Wolfgang Schäfer, bei Marabu Leiter Produktentwicklung und kundenspezifische Anpassungen, freute sich über die Auszeichnung durch den Verband.

(Redaktion)