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Wirtschaft | Do, 04.02.2010 09:33

Region Heilbronn-Franken: Regionale Wirtschaft zeigt sich zuversichtlich

Die aktuelle Wirtschaftslage in der Region Heilbronn-Franken hat sich im 4. Quartal 2009 weiter verbessert, die heimische Wirtschaft fasst langsam wieder Tritt. Insgesamt bleibt die konjunkturelle Entwicklung aber nach wie vor unbefriedigend. Verfestigt hat sich hingegen der Trend zu einer optimistischeren Geschäftserwartung. So berichtet mittlerweile mehr als jedes dritte Unternehmen wieder von steigenden Auftragseingängen. In Folge fallen auch die Personalplanungen der Unternehmen für die kommenden Monate nicht mehr ganz so pessimistisch aus wie in den vergangenen Quartalen; sie bleiben jedoch nach wie vor negativ.


Über die aktuelle Geschäftslage äußern sich die heimischen Unternehmen erneut deutlich weniger unzufrieden als im Vorquartal. Ein Fünftel (Vorquartal 14 Prozent) der Betriebe bezeichnet die aktuelle Situation als gut, während 26 Prozent (Vorquartal 34 Prozent) der Unternehmen mit dem Geschäftsverlauf nicht zufrieden sind.

Getragen wird der konjunkturelle Aufwärtstrend vor allem vom Export. Bei der Weltkonjunktur sind Anzeichen für eine allmähliche Erholung erkennbar. Die Unternehmen profitieren vom starken Wachstum in China, Indien und Brasilien. Auch aus den USA kommen positive Signale. Stabilisierend wirkt zudem, dass inzwischen die Konjunkturprogramme in vielen Ländern greifen. Mögliche Rückschläge drohen der globalen Wirtschaft allerdings etwa durch Finanzierungsengpässe der Unternehmen, steigende Rohstoffpreise sowie das Auslaufen geld- und fiskalpolitischer Hilfen. Obwohl die inländischen Auftragseingänge der Industrie deutlich gestiegen sind, erholt sich die Investitionstätigkeit der Unternehmen nur langsam. Auch vom privaten Konsum gehen derzeit eher schwächere Impulse aus. Umso wichtiger ist es, dass die Politik notwendige Maßnahmen unternimmt, die bei Unternehmen und Verbrauchern wieder zu mehr Vertrauen führen. Dies würde die konjunkturelle Erholung festigen.

Auch die Geschäftserwartungen für das Jahr 2010 haben sich weiter verbessert. Die Unternehmen sind damit so optimistisch wie seit zwei Jahren nicht mehr. Während 36 Prozent (Vorquartal 28 Prozent) der Betriebe mit einem günstigen Geschäftsverlauf rechnen, blicken 17 Prozent (Vorquartal 24 Prozent) der Unternehmen mit Skepsis in die Zukunft.

Die Industrie, die maßgeblich die regionale Wirtschaftsentwicklung bestimmt, arbeitet sich langsam aus der schwierigen Konjunkturlage heraus. Die Unzufriedenheit mit der aktuellen Geschäftssituation hat sich weiter abgeschwächt. Zwar überwiegen nach wie vor die pessimistischen Stimmen; die Lage wird jedoch bei weitem nicht mehr so kritisch wie im Frühjahr 2009 beurteilt. 17 Prozent (Vorquartal 12 Prozent) der Betriebe sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während 32 Prozent (Vorquartal 41 Prozent) mit der aktuellen Situation nicht zufrieden sind.

Aufgrund einer deutlich gestiegenen Nachfrage wird auch die Auftragslage positiver als im Vorquartal eingeschätzt. Sowohl bei den Inlands– als auch bei den Auslandsorders liegt der Saldo aus positiven und negativen Stimmen erstmals seit Sommer 2008 wieder im Plusbereich. 35 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) der Industriebetriebe konnten einen Zuwachs bei den Auftragseingängen aus dem Ausland realisieren. 27 Prozent (Vorquartal 28 Prozent) mussten dagegen einen Rückgang hinnehmen. Im Bereich der inländischen Auftragseingänge berichten 37 Prozent (Vorquartal 14 Prozent) der Unternehmen über einen Anstieg, 23 Prozent (Vorquartal 34 Prozent) mussten hingegen Einbußen hinnehmen. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung wird mit 76 Prozent besser als im 3. Quartal 2009 beurteilt (70 Prozent). Auch die Umsatzerwartungen fallen erheblich zuversichtlicher als im Vorquartal aus. 45 Prozent (Vorquartal 30 Prozent) der Unternehmen rechnen mit steigenden Umsätzen.

Das Stimmungsbild im heimischen Baugewerbe hat sich im letzten Quartal des Jahres 2009 per saldo verschlechtert. Während 31 Prozent (Vorquartal 34 Prozent) der Betriebe die Geschäftslage als gut bezeichnen, sind 26 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) der Bauunternehmen mit dem aktuellen Geschäftsverlauf unzufrieden. Den Betrieben macht die schwache Auftragslage zu schaffen. Gegenüber dem Vorquartal mussten vor allem der Straßen- und Tiefbau sowie der öffentliche Hochbau starke Einbußen hinnehmen. Im Straßen- und Tiefbau gingen die Auftragseingänge bei 43 Prozent der Betriebe zurück. Im öffentlichen Hochbau meldet ein Drittel rückläufige Auftragseingänge. Zumindest per saldo fallen die Auftragseingänge im gewerblichen Hochbau und im Wohnungsbau weniger negativ als im Vorquartal aus. Im gewerblichen Hochbau berichten noch 45 Prozent (Vorquartal 58 Prozent) von einem Rückgang. Im Bereich des Wohnungsbaus verzeichneten gar „nur mehr“ 29 Prozent (Vorquartal 61 Prozent) der Betriebe rückläufige Auftragseingänge. Die Auslastung von Maschinen und Geräten hat sich etwas verschlechtert und liegt bei 71 Prozent.

Im Bereich des Großhandels fällt die aktuelle Lageeinschätzung per saldo deutlich weniger ungünstig als im Vorquartal aus. 18 Prozent (Vorquartal 10 Prozent) der Großhändler sprechen von einem guten Geschäftsverlauf. Hingegen äußern sich 34 Prozent (Vorquartal 53 Prozent) der Betriebe unzufrieden über die Geschäftslage. Entsprechend wird auch die Beurteilung des Kaufverhaltens weniger skeptisch betrachtet. 46 Prozent (Vorquartal 73 Prozent) der Großhändler bezeichnen das Kaufverhalten ihrer Kunden als zurückhaltend. Hinsichtlich des zukünftigen Geschäftsverlaufs sind die Unternehmen ähnlich optimistisch wie im Vorquartal. Ein Viertel der Großhändler rechnet mit einer günstigeren Entwicklung, 18 Prozent schätzen den weiteren Geschäftsverlauf pessimistisch ein. 23 Prozent (Vorquartal 31 Prozent) der Unternehmen planen nach wie vor mit einem Personalabbau.

Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die Stimmung im regionalen Einzelhandel trotz des eigentlich recht positiv beurteilten Weihnachtsgeschäfts verschlechtert. 19 Prozent (Vorquartal 20 Prozent) der Einzelhändler sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während 16 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) der Unternehmen die aktuelle Lage als schlecht bezeichnen. Im getrennt erfassten Kraftfahrzeughandel fällt die Lage nach wie vor deutlich günstiger aus. Der private Konsum erweist sich noch immer als Konjunkturstütze. Allerdings scheinen die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust und die hohen Energiepreise wieder zu einer vorsichtigeren Haltung der Verbraucher zu führen. Die Einschätzung des Kaufverhaltens der Kunden durch die Einzelhändler hat sich gegenüber dem Vorquartal verschlechtert. Nur noch 2 Prozent der Unternehmen bezeichnen das Kaufverhalten der Kunden als kauffreudig. 56 Prozent der Einzelhändler sprechen dagegen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten. Die Betriebe beurteilen die zukünftige Umsatzentwicklung pessimistischer als im Vorquartal. 30 Prozent erwarten rückläufige Umsätze. Dementsprechend schätzen die Einzelhändler auch den weiteren Geschäftsverlauf insgesamt in den kommenden zwölf Monaten zurückhaltender ein. Ein Zehntel (Vorquartal 20 Prozent) der Betriebe rechnet mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung, 26 Prozent (Vorquartal 23 Prozent) blicken hingegen pessimistisch in die Zukunft. Wie im Vorquartal erwägen 16 Prozent der Unternehmen einen Personalabbau.

Die Beurteilung der konjunkturellen Situation durch die regionalen Dienstleister fällt erheblich günstiger als im Vorquartal aus. Das erste Mal seit Herbst 2008 haben sich wieder die positiven Stimmen durchgesetzt. 22 Prozent (Vorquartal 4 Prozent) der Dienstleistungsunternehmen melden eine gute Geschäftslage, während 19 Prozent (Vorquartal 32 Prozent) mit dem aktuellen Geschäftsverlauf nicht zufrieden sind. Nur 13 Prozent der Dienstleister berichten über ein rückläufiges Auftragsvolumen, während 35 Prozent steigende Auftragsvolumina verbuchen konnten. Auch die zukünftige Geschäftsentwicklung insgesamt wird nochmals optimistischer als im Vorquartal eingeschätzt. 43 Prozent (Vorquartal 36 Prozent) der Unternehmen rechnen mit einem günstigeren Geschäftsverlauf, 12 Prozent (Vorquartal 20 Prozent) der Dienstleistungsbetriebe blicken mit Skepsis in die Zukunft. Jeweils etwa ein Fünftel der Dienstleister plant mit einem Aufbau beziehungsweise einem Abbau von Stellen.

(IHK HN)