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Wirtschaft | Do, 04.06.2009 11:04

Region Stuttgart ist Sieger beim Bundeswettbewerb Elektromobilität

100.000 Elektrofahrzeuge für die Straßen der Region Die Region Stuttgart ist eine von acht deutschen Modellregionen für Elektromobilität. Bei einem Wettbewerb des Bundesverkehrsministeriums hat ein Antrag der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) mit Unterstützung des baden-württembergischen Umweltministeriums den Zuschlag bekommen. Damit können in den nächsten Jahren mit finanzieller Unterstützung des Bundes Pilotprojekte gestartet werden. Insgesamt stehen für die acht Siegerregionen 115 Mio. Euro Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II zur Verfügung.


Die Modellregion Stuttgart überzeuge durch ein sehr umfassendes Konzept, das private und gewerbliche Nutzer für die Elektromobilität gewinnen möchte und durch ein starkes Netzwerk der regionalen Industrie unterstützt werde, heißt es in der Begründung des Ministeriums, und sei deshalb aus 130 Anträgen ausgewählt worden. „Als Geburtsregion des Automobils wollen wir auch führend an seiner Weiterentwicklung beteiligt sein“, sagte WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg. „Mit unserem Konsortium aus starken Firmen, öffentlichen Verkehrsträgern, wissenschaftlichen Instituten und kommunalen Einrichtungen sind wir in der Lage, zukunftsweisende Projekte auf den Weg zu bringen.“

Beworben hat sich die Region Stuttgart mit einem integrierten Ansatz, der öffentlichen Nahverkehr und Individualverkehr mit Stadtentwicklungskonzepten und städtebaulichen Referenzprojekten verknüpft. Eine herausgehobene Rolle spielt der Einsatz von Fahrzeugen im Alltag mit Pilotlösungen für die notwendige Infrastruktur, wie beispielsweise Ladestationen im öffentlichen Raum.

Zu den Projektpartnern gehören Großunternehmen wie Daimler, Bosch und EnBW, mehrere mittelständische Firmen, die Stuttgarter Straßenbahnen AG, Busunternehmen, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Universität Stuttgart und die Hochschule Esslingen sowie mehrere Städte in der Region Stuttgart. Welche der beantragten Teilprojekte letztlich zum Zuge kommen, wird das Ministerium in einem regionsinternen Verfahren ermitteln.

So haben die Stuttgarter Straßenbahnen ein Projekt zur Erprobung und zum Einsatz von Hybridbussen unter Alltagsbedingungen eingereicht. Die Stadt Esslingen will an bis zu 10 Stationen Fahrräder mit Elektrohilfsantrieben zum Verleih anbieten. Zudem soll das Oberleitungsbusnetz über die Stadtgrenzen hinaus erweitert werden. Mit einem Studienprojekt will die Hochschule Esslingen gemeinsam mit Industriepartnern aus der Region Nachwuchswissenschaftler frühzeitig an die Elektromobilität heranführen. Im Rahmen eines Studierendenprojektes werden Elektrofahrzeuge gebaut und getestet. Weitere Städte wie Göppingen und Ludwigsburg sowie das Flugfeld Böblingen/Sindelfingen haben Projekte zur Elektromobilität eingereicht.

„Gerade die Vielfalt und Vielzahl der eingereichten Projekte ist unsere Stärke“, betont Holger Haas, der als Leiter des Geschäftsbereichs Standortentwicklung I der WRS für die Ausarbeitung des Antrags verantwortlich war. Das Konzept umfasst integrierte Pilot- und Demonstrationsprojekte, die Fahrzeugerprobung im Alltagsbetrieb und die Erprobung neuer Geschäftsmodelle als Beitrag zur beschleunigten Markteinführung von Elektrofahrzeugen. In Zusammenarbeit mit Kommunen und Landkreisen der Region wird eine „Roadmap“ zur Förderung der Elektromobilität entwickelt. Bis zum Jahr 2020 sollen 100.000 Elektrofahrzeuge für umweltfreundliche Mobilität in der Region sorgen.

Für den Wettbewerb des Bundesverkehrsministeriums wurden 130 Anträge aus ganz Deutschland eingereicht. Neben Stuttgart als einziger Modellregion aus Baden-Württemberg gehören Berlin/Potsdam, Bremen/Oldenburg, Hamburg, München, Rhein-Main, Rhein/Ruhr und Sachsen zu den Gewinnern.

(Quelle: WRS)