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Wirtschaft | Fr, 30.10.2009 09:31

Schornsteinfeger verlieren bisherige Monopolstellung

Die landesweit rund 2.500 Schornsteinfeger im Land verlieren ihre bisherige Monopolstellung und müssen sich auf mehr Wettbewerb einstellen. Nach einem am vergangenen Dienstag vom Ministerrat beschlossenen Gesetzentwurf sollen künftig freiwerdende Kehrbezirke ausgeschrieben und befristet vergeben werden.


Die Landesregierung setzt damit Forderungen der EU-Kommission um. "Der Beruf des Schornsteinfegers befindet sich in einem Umbruch. Das Handwerk steht vor neuen Herausforderungen", erklärte Umweltministerin Tanja Gönner heute (29. Oktober 2009) in Offenburg beim 47. Landesinnungsverbandstag des Schornsteinfegerhandwerks Baden-Württemberg. So spielten Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes sowie die Energieberatung eine immer größere Rolle im Alltag der Schornsteinfeger. "Das Aufgabenspektrum der Schornsteinfeger hat sich erweitert. Die Energieberatung bildet schon heute einen neuen Schwerpunkt. Das ist eine Zukunftsaufgabe", so Umweltministerin Gönner.

Neben der fachlichen Kompetenz der inzwischen über 230 speziell als Energieberater qualifizierten Schornsteinfeger im Land werde von den Hausbesitzern vor allem die neutrale Energieberatung geschätzt, so Umweltministerin Gönner. "Es besteht ein großes Vertrauen, dass neutral beraten wird, wenn eine Beratung nicht mit einem darauf folgenden Sanierungsauftrag verbunden ist." Damit eröffneten sich für das Handwerk neue Tätigkeitsfelder.

Eine Arbeitsentlastung sei dagegen bei den traditionellen Arbeiten der Schornsteinfeger zu erwarten. Moderne Heizungstechnik mache es möglich, die Überprüfungsintervalle der bislang jährlich vorgeschriebenen Abgasmessungen von Öl- und Gasheizungen zeitlich zu verlängern. Nach Planungen der Bundesregierung sollen die Umweltwerte künftig nur noch alle zwei Jahre und bei neueren Heizungen bis zu einer Betriebsdauer von bis zu zwölf Jahren nur noch alle drei Jahre überprüft werden. Der Bundesrat habe Mitte Oktober den Neuregelungen zugestimmt. Die neue Bundesregierung und der Bundestag müssen die Planungen noch bestätigen. Bereits ab kommendem Jahr könnten die Lockerungen greifen, so Umweltministerin Gönner. Vorgesehen seien dabei erstmals Vorgaben zum Schadstoffausstoß von kleinen Holzfeuerungsanlagen, die sich bei Verbrauchern in den vergangenen Jahren über wachsende Beliebtheit erfreuten. "Damit wird der umweltfreundlichen Holzverbrennung der Weg geebnet und ein Einklang von Luftreinhaltung und Klimaschutz sichergestellt", so Umweltministerin Gönner.

(Umweltministerium BW)