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Wirtschaft | Do, 01.04.2010 09:09

Sonderprogramm zur Förderung von Krisenberatungen für KMU wird im Jahr 2010 fortgeführt

Das Sonderprogramm des Wirtschaftsministeriums zur Förderung von Krisenberatungen für kleine und mittlere Unternehmen wird im laufenden Jahr 2010 weiter fortgeführt. Wie Wirtschaftsminister Ernst Pfister heute in Stuttgart begründete, gebe es nach wie vor großen Bedarf für das Programm. Pfister: „Unternehmen brauchen in Notsituationen schnelle und unbürokratische Hilfe.“


Um kleine und mittlere Unternehmen zu unterstützen, die vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise in wirtschaftliche Probleme geraten sind, hatte das Wirtschaftsministerium im Jahr 2009 ein Programm zur Förderung von Krisenberatungen aufgelegt. Im Rahmen des Programms haben die Unternehmen die Möglichkeit, kostengünstig einen Berater mit der Durchführung eines bis zu viertägigen Unternehmenschecks zu beauftragen. Dazu Pfister: „Die Finanz- und Wirtschaftskrise führt zu einem erhöhten Bedarf kleiner und mittlerer Unternehmen nach geförderter externer Beratung, um Wege aus der Krise aufzuzeigen. Die geförderte Kurzberatung kann etwa bei Liquiditätsproblemen zur Vorbereitung von Bankgesprächen dienen oder bei Kreditanträgen schnell Hilfestellung leisten.“

Nach Aussage des Wirtschaftsministers benötigen viele kleine und mittlere Unternehmen trotz der konjunkturellen Erholung nach wie vor diese Unterstützung. Pfister: „Die Krise ist nicht ausgestanden. Aufgrund der verzögerten Auswirkung auf den Arbeitsmarkt ist in diesem Jahr von einer eher schwachen Binnennachfrage auszugehen. Deshalb ist damit zu rechnen, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen aus dem Handwerk, dem Handel oder der Gastronomie im Jahr 2010 nochmals Probleme bekommen werden. Gerade diesen Unternehmen soll mit unserem Programm geholfen werden.“

Das Förderprogramm stellt eine Ergänzung zu der so genannten Turn-Around-Beratung dar, die die Bundesregierung über die KfW-Mittelstandsbank anbietet. Die KfW-Beratung ermöglicht im Falle einer Unternehmenskrise eine längerfristige kostengünstige Betreuung durch einen externen Experten. Ergebnis der vom Wirtschaftsministerium geförderten Kurzberatung kann auch eine Schwachstellenanalyse sein, die der Turn-Around-Beratung der KfW-Mittelstandsbank vorgeschaltet sein muss.

Für das Sonderprogramm Krisenberatung stellt das Wirtschaftsministerium für das Jahr 2010 auch auf Initiative der Regierungsfraktionen aus Haushaltsmitteln 578.000 Euro bereit. Unternehmen erhalten dabei pro Beratungstag einen Zuschuss von 400 Euro. Gefördert werden kleine und mittlere Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg, die weniger als 250 Beschäftigte und einen Vorjahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder eine Vorjahresbilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro aufweisen. Außerdem muss es sich um Unternehmen handeln, die mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten wie steigenden Verlusten, sinkenden Umsätzen oder wachsenden Lagerbeständen zu kämpfen haben.

Für die Durchführung der Krisenberatung wurden folgende Beratungseinrichtungen ausgewählt: RKW Baden-Württemberg, Beratungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Handwerk und Mittelstand (BWHM), DEHOGA Beratung und Unternehmensberatung Handel. Unternehmen, die an einer Krisenberatung interessiert sind, können sich direkt an diese Einrichtungen wenden.

(Redaktion/WMBW)