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Wirtschaft | Mo, 10.12.2012 12:26

Stimmung im Mittelstand bessert sich

Die Konjunktur könnte zum Frühjahr in Deutschland wieder anziehen. Erstmals nach achtmonatiger Abwärtskorrektur sind die kleinen und mittleren Unternehmen im November wieder besser gestimmt. Das zeigt das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer. Das Geschäftsklima im deutschen Mittelstand zieht um 3,0 Zähler auf 5,6 Saldenpunkte an. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr legen deutlich zu.


Die Stimmungsaufhellung im Mittelstand steht auf breitem Fundament. Nahezu alle Branchen berichten von einem Plus. Selbst der zuletzt unter Druck geratene industrielle Mittelstand erreicht fast schon wieder die konjunkturelle Normallage (+3,6 Zähler auf -0,4 Saldenpunkte). Ausnahme ist lediglich der Einzelhandel, der allerdings nur eine unwesentliche Klimaeintrübung auf insgesamt sehr hohem Niveau konstatiert.

Auch bei den Großunternehmen erholt sich das Geschäftsklima im November (+0,9 Zähler). Es bleibt mit -3,4 Saldenpunkten jedoch weiter unterhalb seines langjährigen Durchschnitts. Vor allem die großen, in aller Regel stark exportabhängigen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes vermelden noch keine bessere Geschäftslage. Grund dafür sind die schwere Rezession in Südeuropa und die verhaltene internationale Nachfrage.

Die Geschäftsaussichten der großen Unternehmen hingegen entwickeln sich positiv. Besonders erfreulich entwickelt sich die Stimmung im Großhandel, der an der Schnittstelle zwischen nationalen und internationalen Märkten agiert. Die stark gestiegene Stimmung in diesem Wirtschaftsbereich untermauert die Zuversicht für eine konjunkturelle Belebung im Jahresverlauf 2013.

Rückenwind kommt auch von den Arbeitsmarktindikatoren des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers. Die Einstellungsbereitschaft im Mittelstand steigt im November erstmals seit zehn Monaten wieder an - und das gleich kräftig um 3,7 Zähler auf 8,9 Saldenpunkte. Auch die Großunternehmen wollen weiter neue Mitarbeiter gewinnen. 2013 dürfte der Arbeitsmarkt robust bleiben und - zusammen mit Reallohnsteigerungen - der Binnennachfrage entscheidende Impulse geben.

„Der deutsche Mittelstand, aber auch die großen Unternehmen stemmen sich gegen die Eurokrise und werden dabei von einer robusten Binnennachfrage getragen“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. „Die wieder bessere Stimmung in der Wirtschaft und vor allem die Erholung der Geschäftserwartungen machen uns optimistisch für die konjunkturelle Entwicklung im Verlauf des kommenden Jahres: Deutschland kommt 2013 wieder in Fahrt. Nach einem schwachen Winter dürfte sich die Konjunktur bereits im zweiten Quartal wieder erholen. Aufgrund der schwachen Investitionsbereitschaft wird es für das Gesamtjahr 2013 dennoch nur für ein knappes Prozent Wachstum reichen.“

(Redaktion)