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Wirtschaft | Di, 31.03.2009 11:06

Studie: Baden-Württemberg, Bayern und Hessen bieten die besten Rahmenbedingungen für Innovation

Bertelsmann Stiftung sieht Sachsen und Thüringen im Aufwind Baden-Württemberg, Bayern und Hessen gefolgt von den Stadt-Staaten Bremen, Hamburg und Berlin bieten ihrer Wirtschaft die besten Voraussetzungen für Innovation. Zu diesem Ergebnis kommt die Bertelsmann Stiftung in einer aktuellen Bundesländer-Analyse. "Die Rahmenbedingungen für Forschung, Entwicklung und Unternehmertum sind entscheidend für den gesellschaftlichen Fortschritt. Die Bundesländer legen mit ihren Innovationsanstrengungen einen wichtigen Grundstein für künftiges Wachstum und Beschäftigung und damit für den Wohlstand in Deutschland", sagte Projektleiter Eric Thode bei der Vorstellung der Studie.


Unter den 16 Bundesländern liegen Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen bei den Rahmenbedingungen für Innovation im Mittelfeld. Die Schlussgruppe bilden Schleswig-Holstein, das Saarland, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. "Allerdings zeigt die Studie, dass kein Land in allen Teilbereichen des Innovationsprozesses konstant gute oder schlechte Werte aufweist. Daher besteht grundsätzlich in jedem Bundesland Verbesserungspotenzial", so Thode.

Bei Betrachtung der Innovationsbedingungen im Osten der Bundesrepublik zeigt sich ein gespaltenes Bild. Während in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt noch deutlicher Nachholbedarf besteht, hat in Sachsen und Thüringen bereits ein solcher Aufholprozess stattgefunden. "Bei den Forschungsbedingungen liegt Sachsen auf Rang fünf, bei den Bedingungen für Entwicklung und unternehmerische Umsetzung auf Rang zehn. Damit weist das Land in der Gesamtschau ebenso wie Thüringen günstigere Rahmenbedingungen für das Entstehen von Innovationen auf als beispielsweise Schleswig-Holstein oder das Saarland", sagte Thode.

Im Osten Deutschlands ist nach Einschätzung der Bertelsmann Stiftung vor allem eine Stärkung der privatwirtschaftlichen Basis erforderlich. Da diese in den neuen Ländern noch immer verhält­nismäßig schwach ausgeprägt sei, würden hier weniger neue Produkte entwickelt und in Markterfolg umgesetzt als im Westen der Bundesrepublik. Zwar habe die Politik keinen direkten Einfluss; könne aber durch geeignete Rahmenbedingungen entsprechende Anreize für das Entstehen inno­vativer Unternehmen setzen.

Dies gelte auch für die Bundeshauptstadt Berlin, die sich durch ein überdurchschnittlich gutes In­novationsklima auszeichne. Dabei profitiere das Land vor allem von der großen Anzahl renommierter Universitäten und Forschungseinrichtungen. Dagegen fehle es insbesondere noch an mittelständischen Unternehmen sowie an Ausgaben für Forschung und Entwicklung der privaten Wirtschaft.

Zu den zentralen Erfolgsfaktoren des Innovationssystems gehören der Studie zufolge fünf Faktoren: Die finanzielle und personelle Ausstattung des öffentlichen Forschungssystems, die finanzielle und personelle Ausstattung der privatwirtschaftlichen Forschung und Entwicklung in den Unternehmen, der Bestand an großen und mittelständischen Unternehmen, das Maß an Bürokratie und die Organisation von Verwaltungsabläufen sowie eine geographisch und über die Breite des Branchenspektrums ausgewogene Wirtschafts- und Forschungsstruktur.

Um die Innovationserfolge und -bedingungen in den einzelnen Bundesländern messen und ver­gleichen zu können, erarbeitete eine Expertengruppe der Universität Würzburg unter der Leitung des Wirtschaftswissenschaftlers Professor Norbert Berthold ein detailliertes Analyseinstrumentarium. Dabei wird das Innovationssystem gegliedert nach seinen Teilbereichen Forschung, Ent­wicklung und unternehmerische Umsetzung betrachtet.

Quelle: Bertelsmann-Stiftung