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Wirtschaft | Mi, 20.01.2010 09:54

Südwestwirtschaft: Trotz Krise viel versprechende Ausbildungsbilanz

Trotz Wirtschaftskrise können die Unternehmen im Südwesten für das Ausbildungsjahr 2009 eine gute Bilanz ziehen. Nach Angaben der 12 baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) haben bis Ende letzten Jahres 45.363 Jugendliche einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Zwar entspreche dies einem Rückgang um 8,7 Prozent im Vergleich zum Rekordergebnis des Vorjahres, sei aber mehr als noch im Ausbildungsjahr 2006.


„Obwohl die Auftrags- und Ertragslage nach wie vor schwierig ist, engagieren sich viele Betriebe weiterhin stark in der Ausbildung“, so Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer der IHK Region Stuttgart. „Die Unternehmen sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Sie nutzen die Chance, ihre Fachkräfte selbst auszubilden.“ Nach Einschätzung der IHK Region Stuttgart, die für die 12 IHKs im Land Federführer für den Bereich Ausbildung ist, wird das Lehrstellenangebot auch im laufenden Jahr von der Wirtschaftskrise stark geprägt werden. Zugleich werde es in den kommenden Jahren wegen der geburtenschwachen Jahrgängen immer weniger Bewerber geben. „Umso mehr müssen die Betriebe“, so Richter, „bei ihrer Personal- und Ausbildungspolitik vorausschauend agieren, um nicht in die Falle des Fachkräftemangels zu laufen.“

Die baden-württembergischen IHKs konnten im letzten Jahr 3.573 Betriebe dafür gewinnen, erstmals oder nach einer längeren Pause wieder auszubilden. Die Zahl der neu geschaffenen Ausbildungsplätze liege bei gut 9.800. Darüber hinaus hätten die Betriebe für das Ausbildungsjahr 2009 mehr als 4.830 Praktikumsplätze zur Einstiegsqualifizierung (EQ) zur Verfügung gestellt, von denen bislang rund 2.050 Jugendliche Gebrauch gemacht hätten.

„Auch im Krisenjahr 2009 konnten wir wieder jedem ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen im Land ein Ausbildungs- oder ein Qualifizierungsangebot machen“, so Richter. Wie in den Vorjahren seien damit die im Landesbündnis für Ausbildung zugesagten ehrgeizigen Ziele übertroffen worden.

Richter geht davon aus, dass die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen in 2010 auf einem vergleichbar hohen Niveau bleiben wird: „Zahlreiche Mitgliedsunternehmen haben uns gesagt, dass sie auch in diesem Jahr alles tun werden, um Ausbildungsplätze anzubieten. Sie wissen, dass es in vielen Branchen nach der Krise einen Fachkräftemangel geben wird. Wir sehen daher gute Perspektiven für 2010.“

Die Ausbildungsbilanz 2009 der IHK Region Stuttgart bewertet Richter insgesamt ebenfalls positiv. Trotz Krise seien bis Ende letzten Jahres 10.678 Ausbildungsverträge abgeschlossen worden – ein Rückgang um 11,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber rund 200 mehr als 2005. 2.928 Ausbildungsplätze habe die IHK 2009 neu einwerben und mehr als 970 Unternehmen erstmals als Ausbildungsbetriebe gewinnen können. Darüber hinaus boten die Unternehmen in der Region im vergangenen Jahr laut IHK über 1.700 Praktikumsplätze zur Einstiegsqualifizierung an, von denen bereits 710 durch Jugendliche in Anspruch genommen worden seien.

(BWIHK)