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Wirtschaft | Fr, 04.03.2011 13:24

Umsatz der Reisemittler steigt kräftig: Stationärer Reisebüro- und Online-Vertrieb wachsen

Der Verkauf von Reisen über stationäre Reisebüros und Online-Reisebüros hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen und wächst auch in den ersten Monaten des Jahres 2011. Sowohl Touristik- als auch Geschäftsreisebuchungen nahmen kräftig zu, so dass der gesamte deutsche Reisevertrieb beim Umsatz gegenüber dem Krisenjahr 2008/09 insgesamt um fast sechs Prozent auf nunmehr 20,5 Milliarden Euro zulegte.


In diese Gesamtbetrachtung fließen sowohl die Online-Umsätze als auch die der stationären Vertriebsstellen ein. Diese abschließenden Zahlen für das vergangene Touristikjahr veröffentlichte der Deutsche ReiseVerband (DRV) im Vorfeld der weltweit größten Reisemesse ITB Berlin 2011. „Damit hat die Branche das Umsatzniveau von 2008 – der Zeit vor der Wirtschaftskrise – noch nicht wieder vollständig erreicht, aber wir holen derzeit weiter auf und sind auf einem guten Weg“, zeigt sich der Präsident des DRV, Jürgen Büchy, optimistisch, die Umsatzmarke des Rekordjahres 2008 dieses Jahr erreichen oder sogar übertreffen zu können. „Vorausgesetzt natürlich, dass wir keine großen Krisen bewältigen müssen, die das Gesamtergebnis beeinflussen“, so Büchy.

Auf die einzelnen Segmente des Reisevertriebs aufgeteilt, bedeutet das Wachstum: Die stationären Büros, die sich auf das reine Touristik-Geschäft konzentrieren oder das Vollsortiment anbieten (mit Touristik-, Bahn- und Fluggeschäft), haben zwei Prozent mehr Umsatz erzielt. Besonders das im Vorjahr stark zurückgegangene Geschäftsreisesegment zog 2010 wieder kräftig an. 14 Prozent mehr Umsatz vermittelten die Geschäftsreisebüros laut Auswertungen des DRV-Ausschusses Statistik und Marktforschung. Die Rückgänge im Business Travel aus dem Vorjahreszeitraum sind damit zwar noch nicht wieder ausgeglichen, die Vorzeichen für eine weitere Erholung sind jedoch gut. „Geschäftsreiseausgaben sind ein guter Frühindikator für die Gesamtwirtschaft. In Krisen sind Business Travel-Büros besonders schnell und hart getroffen. Im Zuge eines wirtschaftlichen Aufschwungs erholen sie sich aber auch sehr schnell wieder“, ordnet DRV-Präsident Jürgen Büchy die Entwicklungen ein.

„Reisebüros – online und stationär – sind als neutrale Vermittler bei Verbrauchern weiterhin gefragt. Sie sind – und werden es auf lange Sicht auch bleiben – der mengenmäßig größte Vertriebsweg in der Reisebranche“, betont DRV-Präsident Büchy: „Aber um ihre Position langfristig zu sichern, müssen sie sich dorthin begeben, wo der Kunde sich aufhält. Ohne eine Multi-Channel-Präsenz werden es Reisemittler auf die Dauer schwer haben, am Markt zu bestehen.“

Doch die Vorzeichen für eine weitere Erholung sind gut, da die Konsumbereitschaft der Bundesbürger mit dem wirtschaftlichen Aufschwung weiter wächst. Außerdem sieht Verbandspräsident Büchy den professionellen Reisevertrieb nicht nur aus der Wirtschaftskrise gestärkt hervorgehen, sondern vor allem auch durch das positive Image während und nach der Aschewolke-Zeit und den jüngsten Ereignissen mit Schneechaos und Unruhen im arabischen Raum. Büchys Fazit: „Das Reisebüro bleibt trotz zunehmender Konkurrenz durch mehr Vertriebswege bei den Kunden der dominierende Kanal für die Buchung ihrer Urlaubsreisen.“

(Redaktion/DRV)