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Vermischtes | Mi, 29.07.2009 10:17

Umweltministerin Gönner legt Statusbericht zum Klimaschutzkonzept 2010 vor und zieht positive Zwischenbilanz

Umweltministerin Tanja Gönner hat am Montagabend dem Ministerrat einen Statusbericht zu dem im Juli 2005 von der Landesregierung auf den Weg gebrachten Klimaschutzkonzept 2010 vorgelegt. Am Dienstag (28. Juli 2009) zog die Umweltministerin in Stuttgart im Anschluss an die Beratungen eine positive Zwischenbilanz. Das Konzept ist zu über 80 Prozent umgesetzt.


In einzelnen Bereichen wie dem Erneuerbaren-Wärme-Gesetz oder der energetischen Sanierung von Landesgebäuden haben wir noch etwas drauf gelegt. Das Ergebnis könne sich sehen lassen: Der Ausstoß von Treibhausgasen ist von 2005 bis 2007 um über acht Prozent zurückgegangen. Bundesweit liege der Rückgang im selben Zeitraum bei nur rund 2,6 Prozent. Für das vergangene Jahr 2008 lägen erste Zahlen einzelner Sektoren vor. Danach sei ein erneuter Rückgang der Treibhausgasemissionen zu erwarten. Unterm Strich wird die Minderung rund zehn Prozent betragen. Die Ergebnisse würden über den Erwartungen liegen und die im Klimaschutzkonzept 2010 gesteckten Ziele übertreffen, betonte Umweltministerin Gönner. Im Klimaschutzkonzept ist bis 2010 noch von einer Minderung von zwei bis vier Millionen Jahrestonnen Kohlendioxid ausgegangen worden.

Der Ministerrat hatte die Umweltministerin beauftragt, das Klimaschutzkonzept für weitere zehn Jahre und darüber hinaus gehend perspektivisch fortzuschreiben. Wir machen uns an die Arbeit und bereiten das Klimaschutzkonzept 2020plus vor, kündigte Gönner an. Damit solle für die Zukunft gewährleistet werden, dass Baden-Württemberg beim Klimaschutz weiterhin seine bundesweite Spitzenstellung behaupte, betonte Gönner. Die positive Entwicklung ist erfreulich und zugleich ein Ansporn nicht nachzulassen. Je Einwohner liege in Baden-Württemberg der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase bei 7,5 Tonnen CO2 -Äquivalenten. Im Bundesdurchschnitt werde dagegen ein Wert von 11,4 Tonnen erreicht.

Als Gründe für das gute Abschneiden des Landes nannte Umweltministerin Gönner den dynamisch fortschreitenden Ausbau der erneuerbaren Energien, weitere Verbesserungen in der Energieeffizienz sowie den hohen Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung von rund 50 Prozent. Beim Klimaschutz ist eine erfreulich dynamische Entwicklung zu verzeichnen. In einzelnen Bereichen wie den Erneuerbaren Energien werden jährliche Zuwachsraten im zweitstelligen Prozentbereich erreicht. Vor allem Unternehmen entdeckten für sich die Chancen von Investitionen in den Klimaschutz und führten zunehmend Umwelt- und Energiemanagementsysteme ein. Weniger Energieverbrauch bedeutet weniger Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase. Gleichzeitig sinken die laufenden Kosten. Klimaschutz hilft so der Umwelt und trägt zu einer positiven Unternehmensbilanz bei.

Sorgenkind bleibe dagegen der weiter gestiegene Stromverbrauch in den privaten Haushalten. Die Elektro- und Haushaltsgeräte seien zwar in den vergangenen Jahren im Energieverbrauch sehr viel sparsamer geworden, erläuterte Gönner. Fortschritte in der Energieeffizienz werden jedoch durch eine zunehmende Verbreitung von Elektrogeräten und Elektronik in den Haushalten und steigende Komfortansprüche mehr als aufgezehrt, so Gönner. So ist der private Stromverbrauch seit 1990 stetig um insgesamt 36 Prozent angestiegen. Wir wollen die Verbraucher noch besser über Energieeinsparmöglichkeiten informieren. Wir stehen dabei aber immer auch im Wettlauf mit technischen Neuerungen, die in die Haushalte Einzug halten. Außerdem sei ein Trend zum Zweitgerät festzustellen. In immer mehr Haushalten gebe es beispielsweise ein zweites Fernsehgerät.

Die von der EU geplante verbesserte Gerätekennzeichnung solle dem Verbraucher künftig bei der Anschaffung neuer elektrischer Geräte noch bessere Orientierung geben. Die Verbrauchsdaten und eine verbesserte Transparenz sind mindestens ebenso wichtig wie der Anschaffungspreis, so Gönner. Nur geringe Fortschritte gebe es außerdem beim Ausbau der so genannten Kraft-Wärme-Kopplung, bei der die bei der Stromerzeugung entstehende Abwärme genutzt wird. Der Aufbau von Nahwärmenetzen kommt nicht richtig voran. Neue Impulse sollen von dem Projekt Kooperationsinitiative Nahwärmenetze ausgehen. Über einen Wärmeatlas Baden-Württemberg sollen dabei die Möglichkeiten gewerblicher wie auch privater Wärmenutzung erfasst und abgebildet werden. Wir wollen damit Angebot und Nachfrage besser zusammen bringen.

(Quelle: Umweltministerium BW)