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Wirtschaft | Mo, 11.05.2009 11:20

Václav Klaus und Paul Kirchhof diesjährige Preisträger des renommierten Preises der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung

Freiburg i.Br. (ots) - "Václav Klaus hat sich als unbeirrbarer, streitbarer Liberaler bewährt." Mit diesen Worten lobte der frühere Bundespräsident Roman Herzog in seiner Laudatio den tschechischen Staatspräsidenten. Die Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung zeichnete Klaus in diesem Jahr mit ihrem Internationalen Preis aus. Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof erhielt für sein besonderes Bemühen um eine freie Wirtschaftsordnung den Publizistik-Preis der Stiftung. Die Verleihung der Preise fand im Historischen Kaufhaus zu Freiburg statt. Zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft waren zu Ehren der Ausgezeichneten in den Breisgau gekommen.

v. li. n. re.: Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Günther H. Oettinger, Bundespräsident S.D. Roman Herzog (Laudator V. Klaus), Alexander Erdwald, Mitglied Kuratorium F.A.v.Hayek-Stiftung; Václav Klaus, Staatspräsident der Tschechischen Republik, Paul Kirchhof, Bundesverfassungsrichter a.D., Otmar Issig, Kuratoriumsmitglied F.A. v. Hayek-Stiftung (Laudator P. Kirchhof); Lüder Gerken, Vorstand F.A.v.Hayek-Stiftung, Dieter Salomon, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg (Foto: Hayek-Stiftung)

v. li. n. re.: Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Günther H. Oettinger, Bundespräsident S.D. Roman Herzog (Laudator V. Klaus), Alexander Erdwald, Mitglied Kuratorium F.A.v.Hayek-Stiftung; Václav Klaus, Staatspräsident der Tschechischen Republik, Paul Kirchhof, Bundesverfassungsrichter a.D., Otmar Issig, Kuratoriumsmitglied F.A. v. Hayek-Stiftung (Laudator P. Kirchhof); Lüder Gerken, Vorstand F.A.v.Hayek-Stiftung, Dieter Salomon, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg (Foto: Hayek-Stiftung)


In seiner Begrüßungsrede wies Lüder Gerken, Vorstand der Hayek-Stiftung, darauf hin, dass Hayek den Wirtschaftsnobelpreis für seine Konjunkturtheorie erhielt, derzufolge Rezessionen durch eine verfehlte Niedrigzinspolitik und eine dadurch bewirkte Kreditschwemme ausgelöst werden - wie in den USA über Jahre geschehen: "Wir hätten die heutigen wirtschaftlichen Probleme nicht, wenn man auf Hayek gehört hätte."

In seinem anschließenden Festvortrag würdigte Ministerpräsident Günther H. Oettinger die Bedeutung des wissenschaftlichen Werks von Friedrich August von Hayek. Gerade in Zeiten einer weltumspannenden Wirtschaftskrise komme man bei der Suche nach angemessenen Reaktionen nicht an den Ergebnissen der Arbeit dieses herausragenden Ökonomen des 20. Jahrhunderts vorbei. "Die ordnungspolitisch klaren Aussagen von Hayeks sind in diesem Zusammenhang ein wichtiger Kompass für künftige Entscheidungen", sagte Ministerpräsident Günther H. Oettinger.

Paul Kirchhofs Auszeichnung mit dem Publizistik-Preis ging die Laudatio von Otmar Issing voraus, der ehemals zum Direktorium der Europäischen Zentralbank gehörte: "Paul Kirchhof hat wie kaum ein anderer den mit dem Namen Hayek verbundenen Publizistik-Preis verdient. In seinem Ringen, die immerwährende Spannung zwischen Freiheit und dem Bedürfnis nach Sicherheit aufzulösen, in seinen öffentlichen Auftritten überzeugt die vollständige Harmonie zwischen Person und Rede, zwischen Überzeugung und Wort."

Paul Kirchhof bedankte sich bei Issing und betonte in seiner Dankesrede, Preis und Laudatio seien ihm Verpflichtung, nachdrücklich für eine Freiheit im Rahmen von Gesetzen einzutreten, die jedes Privileg vermeiden und den freien Bürger nicht zum gelenkten Bürger machen.

Roman Herzog brachte in seiner Laudatio zu Ehren von Václav Klaus dessen langjährige Leistungen auf den Punkt: "Václav Klaus fühlt sich einer Ordnung verpflichtet, deren Dreh- und Angelpunkt die Freiheit des Einzelnen ist."

Präsident Klaus bedankte sich für die Verleihung des Internationalen Preises in seinen folgenden Worten: "Insbesondere schätze ich, dass Ihre Auszeichnung mit dem Namen von Friedrich von Hayek verbunden ist, der übrigens gerade vorgestern seinen 110. Geburtstag gefeiert hätte. Hayek war ohne Zweifel einer meiner wichtigsten Lehrer, auch wenn es für mich nur ein indirektes Fernstudium war."

Die Preisverleihung symbolisierte den klaren Wunsch, die Freiheit des Wirtschaftens und die unternehmerische Verantwortung wieder in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken. Alexander Erdland, Vorstandsvorsitzender der Wüstenrot & Württembergische AG und Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung, äußerte sich dementsprechend in seinem Schlusswort: "Zweifellos hätte Hayek aus seiner Skepsis über den derzeitigen Staatsinterventionismus keinen Hehl gemacht. Ursachen dafür haben Wirtschaft und Banken allerdings selbst geliefert. Wichtig für die Sicherung von Freiheit, Demokratie und Marktwirtschaft ist eine Rückbesinnung auf gesellschaftliche Verantwortung. Dazu zählen Maß, Solidität und Nachhaltigkeit, verbunden mit Transparenz und Überzeugungskraft."

Die Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung:
Die Stiftung wurde aus Anlass des einhundertsten Geburtstages Hayeks im Mai 1999 ins Leben gerufen. Sie bezweckt die Festigung und Förderung der Grundlagen einer freiheitlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Zu diesem Zweck vergibt sie alle zwei Jahre den Internationalen Preis der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung sowie den Publizistik-Preis der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung. Stifter ist die Wüstenrot & Württembergische AG. Die Preise werden Persönlichkeiten verliehen, die sich durch beispielhafte und außergewöhnliche Leistungen bei der Errichtung, Stärkung oder sonstigen Förderung einer freiheitlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung in Deutschland, in Europa oder in anderen Teilen der Welt ausgezeichnet haben.