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Wirtschaft | Fr, 27.04.2012 08:18

Verbraucherpreise in Baden-Württemberg steigen im April um 1,9 Prozent

Der Verbraucherpreisindex für Baden-Württemberg erhöhte sich im April 2012 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,9 Prozent. Damit lag die Teuerungsrate erstmals seit Dezember 2010 unter der Schwelle von zwei Prozent, bis zu der nach gängiger Definition die Preise als stabil gelten. Allerdings ergab sich durch die Abschaffung der Studiengebühren zum Sommersemester 2012 ein dämpfender Sondereinfluss auf die Gesamtentwicklung. Gegenüber dem Vormonat März sanken die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. Dies teilt das Statistische Landesamt mit.


Nach wie vor bestimmt der Preisanstieg bei Heizöl (6,0 Prozent gegenüber April 2011) und Kraftstoffen (5,1 Prozent) die Gesamtentwicklung bei den Verbraucherpreisen. Ohne Berücksichtigung dieser Mineralölerzeugnisse läge die Teuerungsrate im April bei 1,7 Prozent. Einen noch stärkeren Anstieg erlebten der Gaspreis mit 7,1 Prozent sowie der Preis für Fernwärme (6,1 Prozent). Moderater fiel der Anstieg beim Strompreis mit 2,0 Prozent aus.

Einen einmaligen Sondereffekt bei den Verbraucherpreisen in Baden-Württemberg gab es aufgrund der Rücknahme der Studiengebühren an staatlichen Hochschulen zum Sommersemester 2012. Daher ging die Preisentwicklung im Bereich Bildungswesen um 20,9 Prozent zurück. Ohne Berücksichtigung dieses Sondereffektes läge die Teuerungsrate in Baden-Württemberg über der Marke von zwei Prozent.

Überdurchschnittlich zugelegt hat auch der Preis für Nahrungsmittel mit 3,2 Prozent binnen Jahresfrist. Teurer wurden insbesondere Fleischprodukte (5,7 Prozent) und Brot- und Getreideerzeugnisse (4,4 Prozent). Deutlich teurer wurden dabei Weizenmehl (22,4 Prozent) und Zucker (16,1 Prozent). Billiger wurde dagegen Gemüse (minus 2,0 Prozent). Hier gab der Preis für Kartoffeln deutlich nach (minus 25,7 Prozent). Bei Getränken wurden Bohnenkaffee (13,7 Prozent), Kakaopulver (8,8 Prozent) und Wein (3,3 Prozent) spürbar teurer.

Bei den Ausgaben rund um das Wohnen (Miete und Mietnebenkosten) stiegen die Preise moderat um 0,7 Prozent an. Bekleidung wurde um 3,8 Prozent teurer, Schuhe um 3,7 Prozent. Bei den Ausgaben rund um den Bereich Gesundheitspflege stiegen die Preise um 2,2 Prozent.

Auch beim Reisen zogen die Preise wieder an: Flugtickets wurden um 11,7 Prozent teurer, Pauschalreisen um 4,4 Prozent. Billiger dagegen Unterhaltungselektronik (minus 8,9 Prozent) und PC-Ausstattung (minus 7,5 Prozent). Deutlich zugelegt haben dagegen die Preise für Bild und Tonträger (einschließlich Musikdownloads) mit 10,4 Prozent.

Gegenüber dem Vormonat März ging der Preis für Heizöl mit Ablauf der Heizperiode um 3,4 Prozent zurück. Kraftstoffe verteuerten sich demgegenüber um 1,1 Prozent. Nahezu unverändert war die Preise bei Nahrungsmitteln (minus 0,1 Prozent), wobei ein Anstieg bei Obst (4,8 Prozent) ein Rückgang bei Gemüse (minus 4,3 Prozent) gegenüberstand. Schuhe wurden um 0,5 Prozent teurer. Bei Sport- und Erholungsdienstleistungen legten die Preise um 3,1 Prozent zu, Flugtickets verteuerten sich um 3,0 Prozent. Aufgrund der Abschaffung der Studiengebühren sanken die Preise für den Bereich Bildung um 22,0 Prozent.

(Redaktion)