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Wirtschaft | Di, 12.04.2011 09:15

Viele landwirtschaftliche Betriebe in Baden-Württemberg ohne Hofnachfolge

In der Mehrzahl der landwirtschaftlichen Betriebe im Land ist die Hofnachfolgefrage ungewiss oder bereits negativ entschieden. Von den rund 45.000 Betrieben im Land haben 27.000 einen Betriebsinhaber im Alter von 45 Jahren oder mehr, für die die Frage der Hofnachfolge Bedeutung hat. Dazu wurden sie im Rahmen der Landwirtschaftszählung 2010 befragt. Einen Hofnachfolger (oder Hofnachfolgerin) gibt es demnach in nicht einmal jedem Vierten befragten Betrieb. Nur in knapp 6.200 Betrieben ist die Weiterführung des Betriebes demnach durch einen Hofnachfolger gesichert. In der Mehrzahl der Betriebe gibt es keinen Hofnachfolger (35 Prozent) oder ist der Ausgang noch ungewiss (43 Prozent). Das teilte das Statistische Landesamt mit.

Auf vielen Bauernhöfen in Baden-Württemberg ist die Frage der Hofnachfolge nicht geklärt. (Foto: Tabea Knabe)

Auf vielen Bauernhöfen in Baden-Württemberg ist die Frage der Hofnachfolge nicht geklärt. (Foto: Tabea Knabe)


Bei der Einschätzung der Hofnachfolgesituation gibt es jedoch eine deutliche Abhängigkeit vom Alter des Betriebsinhabers: Je älter der Betriebsinhaber, desto höher der Anteil der Betriebe mit geregelter Hofnachfolgefrage. Bei den vergleichsweise jungen Betriebsinhabern in der Altersgruppe zwischen 45 und 49 Jahren gibt es nur in 14 Prozent der Betriebe einen Hofnachfolger. Bei der Gruppe der 60 bis 64-Jährigen beziffert sich diese Quote auf 31 Prozent. Je näher der Zeitpunkt der Betriebsübergabe rückt, umso mehr Betriebe finden demnach eine Lösung für die Hofnachfolgefrage. Aber auch bei den älteren Betriebsinhabern sind noch mehr als zwei Drittel ohne Hofnachfolge.

Bei den Haupterwerbsbetrieben ist dabei die Situation generell etwas günstiger als in Nebenerwerbsbetrieben. Von allen Haupterwerbsbetrieben mit einem Inhaber von 45 Jahren und älter haben immerhin 30 Prozent einen Hofnachfolger, bei den älteren Haupterwerbslandwirten (60 bis 64 Jahre) beziffert sich die Quote sogar auf 38 Prozent. Die vergleichbaren Werte für Nebenerwerbslandwirte liegen mit 18 und 25 Prozent deutlich darunter. Auch zur Person der potenziellen Hofnachfolger – insgesamt knapp 6 200 - sind einige Details bekannt. Sie sind in der großen Mehrheit (89 Prozent) männlich, weibliche Hofnachfolger sind nach wie vor eine Minderheit. Das Gros der Hofnachfolger findet sich in der Altersgruppe der 15 bis 24-Jährigen sowie der 25 bis 34-Jährigen. Nahezu jeder Hofnachfolger hat eine Berufsausbildung. Bei den Hofnachfolgern der Haupterwerbsbetriebe überwiegt die landwirtschaftliche Ausbildung mit knapp zwei Dritteln, während in Nebenerwerbsbetrieben die Hofnachfolger mit großer Mehrheit (71 Prozent) eine nichtlandwirtschaftliche Ausbildung absolvieren. Die ständige oder gelegentliche Mitarbeit der Hofnachfolger im Betrieb ist dagegen in beiden Erwerbsformen annähernd gleichermaßen die Regel (Mitarbeit bei 84 bzw. 79 Prozent der Hofnachfolger).

(Redaktion)