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Wirtschaft | Mi, 14.08.2013 12:29

Viele Migranten fühlen sich gegenüber deutschen Kollegen benachteiligt

Immer wieder vorkommende Fälle der Diskriminierung von Menschen mit ausländischen Wurzeln schaden unserem Interesse. Das gilt vor allem im Blick auf den steigenden Bedarf deutscher Unternehmen auch an ausländischen Fach- und Führungskräften. Die Einkaufsberatung Kloepfel Consulting hat vom Mai bis zum Juli 2013 1.026 Berufstätige mit ausländischen Wurzeln online befragt, ob und gegebenenfalls inwiefern sie sich an ihrem jeweiligen Arbeitsplatz diskriminiert fühlen.


Elf Prozent aller Befragten fühlt sich des Öfteren, jeder zehnte fühlt sich regelmäßig und 28 Prozent eher selten diskriminiert. Laut Umfrage gibt nur gut jeder zweite Befragte an, nicht das Gefühl zu haben, angefeindet zu werden.

Von den Freiberuflern fühlen sich 80 Prozent herabgesetzt. Von den Angestellten geben 48 Prozent an, schlechte Erfahrungen aufgrund ihrer ausländischen Wurzeln zu machen. Bei den selbständigen Unternehmern fühlen sich 45 Prozent diskriminiert. Mit 43 Prozent der Führungskräfte fühlt sich diese Gruppe der Umfrage zufolge am wenigsten angefeindet.

Die Ausländerfeindlichkeit hat Auswirkungen auf den Job: Jeder dritte Befragte gibt an, dass er aufgrund seiner Herkunft deutlich weniger Auftrags- bzw. Karrierechancen als deutsche Kollegen hat

Von der Grundgesamtheit sagen zwölf Prozent, dass die erlebte Diskriminierung nicht der Rede wert sei. Jeder dritte Befragte gibt aber an, dass er dadurch deutlich weniger Auftrags- bzw. Karrierechancen als deutsche Kollegen hat. 80 Prozent der Freiberufler sagen, sie hätten deutlich weniger Auftrags- bzw. Karrierechancen als deutsche Mitbewerber. Von den Angestellten geben 35 Prozent an, in Sachen Karriere deutlich benachteiligt zu werden. Bei den Führungskräften geben dies 25 Prozent und bei den selbständigen Unternehmern 18 Prozent an.

Von allen Befragten geben vier Prozent an, aufgrund von Diskriminierung im Job sogar einen Auftrag oder den Arbeitsplatz verloren zu haben.

Wolfgang Clement, Pate der Studie und Bundeswirtschaftsminister a.D.: „Nicht nur die offensichtliche, auch die unterschwellige Ausländerfeindlichkeit geht zu unser aller Lasten und schadet dem Ansehen unseres Landes. Deshalb sollten auch vermeintliche, vielleicht sogar unbedachte, aber diskriminierende Scherze nicht unwidersprochen bleiben.“

(Redaktion)