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Wirtschaft | Mo, 04.03.2013 08:56

Viele Tarifabschlüsse im zweiten Halbjahr 2012 über drei Prozent

In vielen Wirtschaftszweigen einigten sich die Tarifpartner im zweiten Halbjahr 2012 auf Steigerungen des tariflichen Verdienstes von über drei Prozent. Wie schon in der ersten Jahreshälfte lagen somit viele Tarifabschlüsse über denen des Vorjahres. Damit waren die tariflichen Verdiensterhöhungen in einigen Branchen jedoch auch deutlich niedriger als drei Prozent. Somit ist nicht zu beobachten, dass sich die hohen Tarifabschlüsse in ausgewählten Branchen unmittelbar auf die Abschlussraten in anderen Branchen auswirken. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit.


Der Schwerpunkt des Tarifgeschehens lag 2012 eindeutig in der ersten Jahreshälfte, dennoch wurden auch im zweiten Halbjahr Tarifverträge neu abgeschlossen. So führten beispielsweise die Tarifverhandlungen in der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie zu Tariferhöhungen um 3,1 Prozent ab November 2012 sowie um weitere 3,0 Prozent ab November 2013.

In der westdeutschen Bekleidungs- und Textilindustrie einigten sich Gewerkschaften und Arbeitgeberverband auf eine Einmalzahlung von 240 Euro und Tariferhöhungen von 3,0 Prozent ab Mai 2013 und um weitere 2,0 Prozent ab Juni 2014. Allerdings können Betriebe bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten die Einmalzahlung und die Tariferhöhung absenken. Im Kraftfahrzeuggewerbe in Thüringen stiegen die Tarifverdienste um 3,8 Prozent, im Kraftfahrzeughandwerk im Saarland um 3,7 Prozent an. Bei Unternehmen aus dem Bereich Gas, Wasser und Elektrizität wurden deutschlandweit Erhöhungen um 3,0 Prozent vereinbart.

Niedrigere Tarifsteigerungen für 2012 wurden dagegen zum Beispiel im Schreinerhandwerk in Baden-Württemberg mit 2,5 Prozent vereinbart. Auch im bayerischen Bäckerhandwerk mit stiegen die Verdienste nur um 2,0 Prozent. Landesbeamte in Berlin erhielten ein Plus von 2,0 Prozent.

Bereits im ersten Halbjahr 2012 hatten die Tarifpartner in der chemischen Industrie deutschlandweit eine Tariferhöhung von 4,5 Prozent vereinbart. In einigen Regionen trat diese Erhöhung in der zweiten Jahreshälfte 2012 in Kraft. Auch der Anstieg der Tarifverdienste in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Hamburg um 4,0 Prozent sowie im privaten Bankgewerbe in Deutschland um 2,9 Prozent waren bereits in der ersten Jahreshälfte beschlossen worden.

In anderen Branchen geht das Tarifplus 2012 auf Verhandlungen aus 2011 zurück. Das gilt beispielsweise im Baugewerbe für die neuen Länder (2,9 Prozent). Aber auch in der Druckindustrie, im Einzelhandel sowie im privaten Transport- und Verkehrsgewerbe in Hessen wurden früher Vereinbarungen getroffen (jeweils 2,0 Prozent).

(Redaktion)