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Wirtschaft | Fr, 07.10.2011 13:25

Weniger Gründerinnen im Südwesten

Im Jahr 2010 machten sich in Baden-Württemberg knapp 96.000 Personen selbstständig, indem sie einen von rund 86.900 Gewerbebetrieben alleine oder gemeinsam mit anderen gründeten. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes waren unter den Existenzgründern fast 28.400 Frauen (30 Prozent). Damit lag der Frauenanteil um 1 Prozent niedriger als im Vorjahr.


Insgesamt ist die Zahl der Existenzgründer und –Gründerinnen im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg ist jedoch ausschließlich den Existenzgründern zu verdanken, deren Zahl um 4 Prozent auf 67.621 zunahm. Die Zahl der Existenzgründerinnen sank hingegen um 2 Prozent. Der Anstieg bei den männlichen Gründern ist überwiegend auf den Zuwachs im Baugewerbe zurückzuführen. Betrachtet man die Zahlen ohne das Baugewerbe, ergibt sich lediglich ein Plus von 1 Prozent.

Im 1. Halbjahr 2011 setzt sich die Entwicklung bei den Gründerinnen weiter fort: Ihre Zahl ging um 11 Prozent zurück. Allerdings verzeichneten in diesem Zeitraum auch die Männer einen Rückgang um 7 Prozent. Insgesamt ging die Zahl der Existenzgründer und –Gründerinnen gegenüber dem 1. Halbjahr 2010 um 9 Prozent zurück.

Sowohl Frauen als auch Männer gründeten 2010 mit 25 bzw. 23 Prozent am häufigsten im Handel. An zweiter Stelle folgt bei den Frauen mit 19 Prozent der Bereich sonstiger Dienstleistungen, zu denen zum Beispiel Änderungsschneidereien, Frisörsalons, Nagelstudios und Sonnenstudios zählen. Bei den Männern folgt das Baugewerbe. Hier machten sich 15 Prozent der Existenzgründer selbstständig. Betrachtet man die Wirtschaftsbereiche im Hinblick auf die Veränderung zum Vorjahr, fällt auf, dass die Gründungen durch Frauen vor allem in den zuvor genannten Bereichen Handel (– 6 Prozent) und sonstige Dienstleistungen (– 7 Prozent) zurückgegangen sind.

Bei den Betriebsgründungen mit wirtschaftlicher Substanz verhält es sich wie bei den Neugründungen insgesamt. Auch hier ist die Zahl der Existenzgründerinnen gesunken (– 3 Prozent) und die Zahl der Existenzgründer gestiegen (+ 4 Prozent). Insgesamt wurden hier rund 22.900 Gründerpersonen gezählt, darunter knapp 4.000 Frauen (17 Prozent).

Der Frauenanteil bei den Betriebsgründungen mit wirtschaftlicher Substanz variiert auf Kreisebene deutlich: Er liegt zwischen 13 Prozent (Alb-Donau-Kreis) und 24 Prozent (Landkreise Freudenstadt und Waldshut). Insgesamt ist der Frauenanteil in den Landkreisen mit 18 Prozent höher als in den Stadtkreisen mit 15 Prozent. Baden-Baden verzeichnet bei den Stadtkreisen den höchsten Frauenanteil (22 Prozent).

(Redaktion)