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Wirtschaft | Do, 28.03.2013 08:41

Wirtschaft in Baden-Württemberg 2012 nur moderat gewachsen

Die baden-württembergische Wirtschaft ist im Jahr 2012 lediglich um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. 2011 war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch um 4,8 Prozent und 2010 sogar um 7,0 Prozent gestiegen. Diese zwei Jahre waren jedoch von starken Aufholtendenzen nach der Wirtschaftskrise 2009 geprägt. Das zeigen vorläufige Berechnungen des Statistischen Landesamtes.


Die vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2012 zusehends abschwächende Konjunkturdynamik hatte damit in Baden-Württemberg einen stärker dämpfenden Effekt als im Bundesgebiet insgesamt. In Deutschland ging der Anstieg des BIP für das Gesamtjahr 2012 nach ersten Berechnungen auf 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Davor lag das Wachstum bei 3,0 Prozent und 4,2 Prozent in den Jahren 2011 bzw. 2010. Zum Vergleich: Bayerns Wirtschaft ist 2012 preisbereinigt ebenfalls um 0,7 Prozent gewachsen. In den anderen großen Flächenländern Hessen und Niedersachsen ergaben sich Wachstumsraten von jeweils 0,9 Prozent sowie in Nordrhein-Westfalen von 0,4 Prozent.

Besonders stark betroffen von der konjunkturellen Schwächephase waren die heimische Industrie und das Baugewerbe. Vor allem die hiesige Industrie, auf die knapp ein Drittel der baden-württembergischen Wirtschaftsleistung entfällt, erweist sich in wirtschaftlich guten Jahren als zentraler Wachstumsmotor. Gerade dieser Bereich blieb 2012 insgesamt ohne Wachstumsimpulse. Mit einem Rückgang der Bruttowertschöpfung um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr verfehlte die Wirtschaftsleistung der baden-württembergischen Industriebetriebe 2012 knapp das Vorjahresniveau. Das Baugewerbe verzeichnete ein Minus der preisbereinigten Bruttowertschöpfung von 0,8 Prozent im Vergleich zu 2011.

Demgegenüber konnten die Dienstleistungsbereiche leicht zulegen. So verbuchten die

Finanz- und Unternehmensdienstleister ein reales Plus von 1,9 Prozent. Der Bereich „Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ einen Zuwachs um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Wirtschaftsleistung Baden-Württembergs wurde im Jahresdurchschnitt 2012 nach ersten vorläufigen Berechnungen von knapp 5,81 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das waren so viele wie noch nie zuvor. Die Erwerbstätigkeit folgt der konjunkturellen Entwicklung erfahrungsgemäß erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung. Daher hat sich die zunehmende Konjunkturschwäche in den letzten Monaten des Jahres 2012 noch nicht auf den Arbeitsmarkt im Jahresdurchschnitt ausgewirkt.

Der insgesamt kräftige Zuwachs der Beschäftigung im vergangenen Jahr spiegelt sich bei der schließlich nachlassenden Konjunktur allerdings in einem Rückgang der Arbeitsproduktivität wider. Gemessen als BIP je Erwerbstätigen ging die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität 2012 um 0,6 Prozent zurück. Bezogen auf die geleisteten Erwerbstätigenstunden blieb die Arbeitsproduktivität dagegen auf ihrem Vorjahresniveau. Dies liegt daran, dass 2012 die so genannte Pro-Kopf-Arbeitszeit erstmals seit 2009 mit durchschnittlich 1.372 Stunden um rund 0,6 Prozent unter das Niveau des Vorjahres fiel.

(Redaktion)