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Wirtschaft | Mo, 03.11.2008 10:39

Wirtschaftsförderung stabiler Faktor in Baden-Württemberg

Wirtschaftsminister Pfister zu Ernst & Young Mittelstandsumfrage

Ernst Pfister, Wirtschaftsminister in Baden-Württemberg (Foto: Staatsministerium)

Ernst Pfister, Wirtschaftsminister in Baden-Württemberg (Foto: Staatsministerium)


„Die baden-württembergischen Unternehmen sind gut aufgestellt und in robuster Verfassung.“ Dies ist eine zentrale Aussage einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, in der 216 Unternehmen aus Baden-Württemberg zum Standort Baden-Württemberg befragt wurden. Der baden-württembergische Wirtschaftsminister Ernst Pfister wies aber auch auf die Defizite aus Sicht der Unternehmen hin, die die Studie zutage förderte: „Bürokratieabbau, allgemeine steuerliche Entlastungen und insbesondere die ausstehende Erbschaftsteuerreform sind die Felder, in denen die Unternehmen den größten Handlungsbedarf für die Politik sehen. Die Verantwortung liegt hier bei der Bundesregierung! Berlin versagt in der Mittelstandspolitik! Ich werde mich deshalb verstärkt im Bundesrat für Lösungen einsetzen, die unseren Unternehmen wirklich helfen“, betonte der Minister.

Ernst Pfister verwies auf die unterlassene Einkommensteuerreform. Die Bundesregierung böte damit keine Entlastung der Mittelschicht, was aktuell ein wichtiges Signal wäre. Des Weiteren sei der aktuelle Entwurf der Bundesregierung zur Erbschaftsteuerreform ein kompletter Fehlschlag: er belaste in vielen Fällen Unternehmen zusätzlich, indem der von der Bundesregierung geplante Steuerabschlag von 85 Prozent durch die künftig viel höhere Unternehmensbewertung und den Wegfall der bisherigen Abschlagsbeträge überkompensiert werde. Völlig wirklichkeitsfremd sei, dass der Unternehmensnachfolger den Betrieb 15 Jahre lang praktisch ohne jede Möglichkeit der Veränderung fortführen solle.

Der Wirtschaftsminister verwies im Zusammenhang mit der Studie auf das Zukunftsprogramm Mittelstand des Wirtschaftsministeriums, das zu wesentlichen Aussagen der Studie Angebote macht. So ist für die befragten Unternehmen das Angebot an qualifizierten Mitarbeitern der wichtigste Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg. Das Zukunftsprogramm will im Rahmen einer Qualifizierungsoffensive das Fachkräfteangebot sichern. Hierbei geht es unter anderem um eine verstärkte Förderung der beruflichen Weiterbildung und um neue Ausbildungsberufe. Mittelständische Unternehmen sollen zum Thema Fachkräfte und Demografie beraten und für den Fachkräftestandort Baden-Württemberg verstärkt geworben werden.

Defizite ergab die Studie auch bei der Zusammenarbeit von Mittelständlern mit wissenschaftlichen Einrichtungen. Insbesondere kleinere Unternehmen würden gerne häufiger mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten, um ihre Innovationsfähigkeit zu erhöhen. „Hier helfen die Innovationsgutscheine des Wirtschaftsministeriums, mit denen sich kleine und mittlere Unternehmen Unterstützung bei nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen einkaufen können“, hob Pfister hervor. Auch die im Zukunftsprogramm enthaltene Clusterinitiative wirke in Richtung einer Stärkung der Zusammenarbeit von Unternehmen mit Forschungseinrichtungen.

Laut Studie äußerten sich die befragten Mittelständler hochzufrieden über den Standort Baden-Württemberg und erwarten, dass er auch in Zukunft sehr attraktiv bleibe. 93 Prozent der Unternehmen bewerteten den Standort als „sehr gut“ oder „gut“. Die Mehrheit geht davon aus, dass er in den nächsten 10 Jahren noch an Bedeutung gewinnen wird.
Diese überaus positiven Ergebnisse der Studie sind für Wirtschaftsminister Ernst Pfister indes gute Voraussetzungen dafür, dass sich der baden-württembergische Mittelstand in den Turbulenzen der aktuellen Finanzmarktkrise behaupten kann. „Unser dezentrales Bankensystem mit langfristigen Hausbankbeziehungen und einer soliden, ortnahen Mittelstandsfinanzierung vor allem der Genossenschaftsbanken und der Sparkassen ist ein gewichtiger Standortvorteil.“ Die L-Bank hat aktuell ein vorsorgliches Liquiditätsprogramm in Höhe von 1 Milliarde Euro bereitgestellt. „Sollten sich die Finanzierungsbedingungen der mittelständischen Unternehmen in Zukunft verschlechtern, können L-Bank und die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg mit ihren Finanzierungsinstrumenten entgegensteuern.“

Quelle: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg