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Wirtschaft | Fr, 12.08.2011 09:11

Zuversicht im baden-württembergischen Einzelhandel

Für die erste Jahreshälfte 2011 ziehen Baden-Württembergs Einzelhändler eine überwiegend positive Bilanz und sind auch für den Rest des Jahres optimistisch gestimmt. Dies zeigt eine aktuelle Konjunkturumfrage des Handelsverbands.


„Die Kunden haben in den ersten sechs Monaten kräftig gekauft und den meisten Händlern ein leichtes Umsatzplus beschert“, sagte der Präsident des Handelsverbands Baden-Württemberg, Horst Lenk, in Stuttgart.

Drei von vier befragten Händlern haben in einer aktuellen Trendumfrage des Verbands  im 1. Halbjahr 2011 gleich bleibende (25,9 Prozent; 2010: 25,5 %) oder steigende (48,2 Prozent; 2010: 41,8%) Umsätze gemeldet. Noch positiver sind die Erwartungen für die kommenden Monate: Fast 80 Prozent der Befragten erwarten stabile bzw. steigende Umsätze (78,5 Prozent; 2010: 72,6 %). „Die Zuversicht im Handel auf ein erfolgreiches Jahr 2011 ist im Jahresverlauf angewachsen. Die tatsächliche Umsatzentwicklung in den kommenden Monaten und insbesondere das Weihnachtsgeschäft hängt nun entscheidend davon ab, wie sehr die Kunden von dem aktuellen Einbruch der Aktienkurse und den anhaltenden Diskussionen um erneute Hilfen für die hochverschuldeten Euro-Länder verunsichert sind. Dies könnte dem Konsum einen Dämpfer geben, oder aber genau das Gegenteil auslösen: dass Geld wieder vermehrt in reale Werte wie Schmuck, Möbel oder persönliche Ausstattung investiert wird“, so Horst Lenk.

Als weitere Faktoren, die den anhaltenden Aufwärtstrend leicht trüben könnten, sieht der Handel notwendige Mehrausgaben bei den Kunden für Energie, Altersvorsorge und Gesundheit. Hinzu komme die aktuelle Preisentwicklung, die von den Energie- und Rohstoffpreisen getrieben wird. Positive Auswirkungen auf den Konsum haben hingegen die guten Arbeitsmarktdaten, deutlich höhere Lohnabschlüsse als in den vergangenen Jahren und die florierende Wirtschaft in Baden-Württemberg.

Für einen Einbruch beim Konsum sieht der Verbandspräsident deshalb vorerst keine konkreten Anzeichen: „Der Umsatzzuwachs im Land bis Ende Mai von 3,8 Prozent im klassischen Einzelhandel (Quelle: Stat. Landesamt) ist ein deutliches Zeichen, dass wieder gern und wertig gekauft wird.“ Letzteres zeige zum Beispiel die überdurchschnittlich gute Umsatzentwicklung im 1. Halbjahr von Branchen wie den Juwelieren (+ 5 %), dem Möbel- und Einrichtungsbedarf (+ 5 %) oder auch der Mode- (+ 3%) und der Spielwarenbranche (+7 %), die deutlich im Plus lagen. „Die Investition in reale Werte – ein viel zitiertes Beispiel ist hier Gold in jeglicher Form - ist vielen Verbrauchern wichtiger und sicherer als Anlagen auf den oft spekulativen Finanzmärkten“, so Lenk.  Eine Art Sonderkonjunktur bescheren vielen Händlern in Südbaden zudem derzeit die Schweizer Kunden. Wegen des starken Schweizer Franken und damit wesentlich günstigeren Preisen in Baden-Württemberg kaufen sie verstärkt hier ein.

Für das Gesamtjahr hofft der Handelsverband, der rund 10.000 Mitgliedsbetriebe und 80 Prozent des Handelsumsatzes im Land vertritt, auf eine stabile, wenn auch nicht herausragende Umsatzentwicklung. „Ein (nominales) Plus von 1-2 Prozent ist durchaus machbar, wenn die Rahmenbedingungen stimmen“, ist Horst Lenk überzeugt.

Noch deutlicher im Plus dürften in 2011 die Zahlen der Mitarbeiter und der Auszubildenden im baden-württembergischen Einzelhandel liegen: 18,1 Prozent der Unternehmen wollen laut der Befragung mehr Personal einstellen als 2010. Und auch bei den künftigen Fachkräften setzt die Branche auf den Nachwuchs aus dem eigenen Betrieb: Allein in den letzten fünf Jahren haben die Einzelhandelsunternehmen im Land die Zahl der Auszubildenden um 34 Prozent gesteigert, auf derzeit rund 18.000.

(Redaktion)